Checkliste als Hilfsmittel für die Betriebsbeurteilung

Die Betriebsbeurteilung ist ein wichtiges Element in der Meisterprüfung. Bei der Vorbereitung auf die Prüfung haben die Studierenden eine allgemeine Checkliste für GaLaBau-Unternehmen erarbeitet. Die Checkliste kann dazu verwendet werden, Schwächen und Stärken eines Unternehmens systematisch zu analysieren.

Die Praxis zeigt, wer längere Zeit in einem Unternehmen tätig ist, egal ob als Chef oder als Mitarbeiter, wird mehr oder weniger betriebsblind. Die Hektik des Tagesgeschäfts erfordert scheinbar die gesamte Aufmerksamkeit. Schwachpunkte in der Firma werden nicht mehr wahrgenommen oder sind gar Tabuthemen, die möglichst nicht angesprochen werden. Der Versuch, sich mit kleinen und größeren Schwachen durchzuschlagen, kostet nicht selten entscheidende Marktanteile. Für jedes Unternehmen gilt: "Wer stehen bleibt, wird überholt".

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, daß der Einzelne sich der Gefahr bewußt wird, betriebsblind zu sein oder zu werden. Die Konsequenz daraus mußlauten: beständig und gezielt gegensteuern. Beispielsweise der fachliche Austausch mit Kollegen, Exkursionen, Unternehmensberater, ERFA-Gruppen, Lehrgänge, Fachzeitschriften, Messen oder der Besuch einer Fachschule liefern neue Anregungen, Ideen und Lösungsansätze für das eigene Unternehmen.

Betriebsbeurteilung in der Meisterprüfung

In der Meisterprüung ist eine Betriebsbeurteilung als Prüfungselement mit doppelter Gewichtung festgeschrieben. Die Themenstellung lautet: "Analysieren und beurteilen Sie die GaLaBau-Firma xy und zeigen Sie Entwicklungsmöglichkeiten". Die Kandidaten haben die Aufgabe, bei einem Betriebs- und Baustellenbesuch, innerhalb von 90 Minuten, die Situation des Prüfungsbetriebes zu erfassen. Im Anschluss daran bearbeiten die Studierenden das Gesehene, Gehörte, Erfragte und weitere Unterlagen, wie Strukturdaten, fiktive Bilanz sowie Gewinn und Verlustrechnung, in einer dreiststündigen Klausur. Die Studierenden beschreiben den Betrieb, berechnen Chefzahlen und beurteilen die Ist-Situation. Nach eingehender Analyse und Beurteilung der Ist-Situation ergeben sich geradezu zwingend die wichtigsten Handlungsmöglichkeiten für den Prüfungsbetrieb.

Hilfsmittel Checkliste

In der Vorbereitung auf die Betriebsbeurteilung erstellen die Studierenden eine Checkliste. Als wesentliche Bereiche für die Charakterisierung eines GaLaBau-Unternehmens wurden Infrastruktur, Betriebs- und Baustellenorganisation, Marketing, Maschinen, Arbeitskräfte und Chefzahlen herausgearbeitet. Checklisten sind nützliche Hilfsmittel, vergleichbar mit einem Einkaufszettel, der verhindert, dass etwas Wesentliches übersehen oder vergessen wird. Vor dem "Take-off" werden Checklisten im Flugzeugcockpit ebenso selbstverständlich eingesetzt wie in der Autowerkstätte bei der Inspektion eines Kraftfahrzeuges. Die Studierenden können die Checkliste bei Betriebsbesuchen und bei den ersten Übungen für die Betriebsbeurteilung zu Hilfe nehmen. Bei der Prüfung darf zumindest in Bayern die Checkliste nicht verwendet werden, bis dahin sollte eine Checkliste im Kopf verankert sein.

Gegen die Betriebsblindheit

Für Unternehmer kann die Checkliste zur Betriebsbeurteilung ebenfalls hilfreich sein, die Abläufe im eigenen Unternehmen kritisch zu hinterfragen. Die Checkliste als ein Mittel gegen die Betriebsblindheit. Mit diesem Artikel wird eine mehrfach "erprobte" Checkliste in Landshut-Schönbrunn veröffentlicht. Die Punkte wurden von über zwanzig angehenden GaLaBau-Meistern erarbeitet, mit zusammen nahezu 150 Jahren Praxiserfahrung.

Natürlich kann eine Checkliste bei einer so heterogenen Sparte wie dem GaLaBau in erster Linie eine gute Anregung darstellen. Damit aus der vorgestellten Checkliste eine Checkliste für ein bestimmtes Unternehmen wird, muss sie überarbeitet und ergänzt werden. Wenn man sich erst einmal die Arbeit gemacht hat, eine individuelle Checkliste zu erstellen, dann sollte das Unternehmen in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel jährlich, dieser Kontrolle unterzogen werden. Es ist sicher sinnvoll, dass nicht nur der Chef mit der Checkliste ausgerüstet gezielt durch Betrieb geht, sondern auch Mitarbeiter und nach Möglichkeit Betriebsfremde, beispielsweise Berufskollegen.

Fazit

Die Betriebsblindheit ist weit verbreitet. Checklisten können ein geeignetes Hilfsmittel für eine systematische Unternehmensanalyse sein. Neben Schwächen werden sicher in jedem Unternehmen Stärken festgestellt, letztere gilt es im Marketing zu nutzen.

Hier finden Sie die Checkliste